Muttis finest Tweetselection 12/2015

Jajajajaja. Schon wieder superviele Tage in 2016 vergangen, aber da waren noch Tweets aus dem Dezember 2015, die ich euch zeigen wollte:

 

 

 

Alle anderen Dezember-Tweets gibts natürlich bei Anne. Schaut da mal vorbei, das lohnt.

Muttis finest Tweetselection 11/2015

Da es mich eine Woche lang etwa hinraffte, nun leider verspätet meine Lieblings-Liebling aus November.

Bitteschön:

 

Mehr davon wie immer bei Anne Schuessler 🙂

Muttis finest Tweetselection – 10/2015

Das Beste aus Oktober? Na klar, hier entlang:

Und der allerbeste weil jeden Tag wahr:

Alle weiten Tweetsammlungen findet ihr wie immer bei Anne unter Lieblingstweets woanders

Mutti’s finest Tweetselection 08 + 09/2015

Ja, also es war so.

Im Übergang von August zu September konnte ich euch leider nicht meine Tweetselection vor die Füße werfen, denn da suhlte ich mich gerade irgendwo auf Hawaii. Ich bitte das zu entschuldigen und reiche deswegen hier die doppelte Dosis nach.

Voila!

August:

September:

„Was erlaube Bsirske?“ Streik trotz Flüchtlingskrise? Ja!

Am 28./29.09. gehen die Verhandlungen zu den Tarifabschlüssen der Beschäftigten des Sozial-und Erziehungsdienstes (viell mehr als „nur“ Kita) weiter.

Kommt es zu keiner Einigung könnte der Streik fortgesetzte werden. Fortgesetzt? Genau. Denn der Streik war nicht beendet, sondern pausiert. Der Arbeitskampf war im Sinne der Friedenspflicht niedergelegt. Eine Wiederaufnahme ist also möglich wenn sich die Arbeitgeberverbände nicht endlich bewegen.

Wer meine vorherigen Einträge verfolgt hat weiß um den langwierigen Prozess, den dies bereits vor sich her schob: Verhandlungen, die keine waren und „Angebote“ die nicht mehr waren ein als feuchter Händedruck und eine Klatsche ins Gesicht der Angestellten.

Aber, aber, aber… die Flüchtlingskrise!

Mich erreichten über Twitter sehr kritische Stimmen zum Thema Streikaufruf während der derzeitigen Notlage der Kommunen aufgrund des großen Ansturms an Flüchtlingen. „Ich hatte gehofft, dass gerade ihr mit gutem Bespiel voran geht“ hieß es unter anderem.

Dazu möchte ich kurz was sagen:

  • Auch Menschen in sozialen Berufen müssen Rechnungen bezahlen. Mit Geld. Da hilft kein Händedruck, kein Schulterklopfen und kein Danke. Wenn ich meine Miete nicht bezahlen kann, sitze ich auf der Straße.
  • Nur weil man sich dazu entscheidet einen sozialen Beruf zu ergreifen, heißt das nicht, dass man Mutter Theresa wird. Ich mache meinen Job weil ich ihn gut kann und weil ich damit Menschen helfe. Dafür will ich mich aber wie jeder andere Arbeitnehmer auch angemessen bezahlen lassen  – keine Pointe.

Sozial heißt hilfsbereit, gemeinnützig. Es heißt nicht: „Du hast dir so einen Beruf ausgesucht, jetzt musst du bitte bei allem der/die erste sein der sein/ihr letztes Hemd gibt.“ Es heißt ebenfalls nicht: „Wenn etwas schlimmes passiert, musst Du der/die erste sein der/die mithilft, auch nachts, oder am Wochenende, oder bei Regen oder Schnee. Am besten unbezahlt. Für immer. Für dein Gewissen, denn Du bist ja Sozialarbeiter.“

Davon aber ganz ab möchte ich darauf hinweisen, dass die Flüchtlingskrise (ich mag den Begriff nicht) natürlich schon lange bei den sozialen Berufen angekommen ist. Sozialdienste sind unter anderem zuständig für die Versorgung und Unterbringung minderjähriger und allein reisender Kinder aus den Flüchtlingsgebieten. Immer mehr Kinder kommen ohne ihre Eltern oder andere Familienmitglieder an oder sie sind die einzigen die es geschafft haben lebend anzukommen. Es sind die Sozialarbeiter die sich um diese Kinder und Jugendlichen kümmern, die zusehen, dass sie eine Einrichtung finden, die sie aufnehmen – denn in den Erstaufnahmeeinrichtungen dürfen sie nicht bleiben. Also fahren die Kolleginnen und Kollegen nachts und auch am Wochenende raus und besuchen Heime und Pflegefamilien und versuchen so, schnellstmöglich ein warmes Bett für die ankommenden Kinder/Jugendliche zu finden.

Das machen sie zusätzlich zu ihrer „normalen“ Arbeit im Büro, denn eine Stelle oder eine Abteilung die sich ausschließlich mit der Unterbringung der Flüchtlinge kümmert, gibt es nicht. Personaleinsparungen an allen Fronten.

Ein Streik dieser Kräfte zeigt nur, wie sehr die Arbeitgeberverbände bisher gespart haben und das diese Jobs und Stellen wichtig sind – nicht nur für die Arbeit mit Flüchtlingen, sondern auch im eigentlichen Kontext, mit Familien, Behinderten, Abhängigen, Kindern, Pflegefamilien usw.

Deswegen ist es besonders wichtig, dass „gerade sie sozialen Berufe“ endlich zeigen, dass es so nicht weiter gehen kann, sondern dass sie für ihre Arbeit auch angemessen bezahlt und anerkannt werden.

Ein Streik zu diesem Zeitpunkt ist genauso verteufelt wie ein Streik zu jedem anderen Zeitpunkt, wie man schon bei der Arbeitsniederlegung im Mai gesehen hat. Ob Ferien oder nicht. Ob Flüchtlingszustrom oder nicht. Der Streik würde für alle nie zu einem Zeitpunkt kommen, an dem er „passen“ würde. Das müssen die Arbeitgeber aber spüren und nicht die Streikenden.

Ich verweise nochmals darauf, dass jeder seinen Unmut gerne äußern kann, aber bitte an der Stelle, die sich seit Monaten weigert sich auch nur minimalst zu bewegen: der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände.

P.S.: Natürlich wird es, wie auch schon in der Vergangenheit, Notdienste geben sodass weiter Hilfe gewährleistet ist.

Eltern – brace yourselves: der Streik geht vielleicht weiter! 

 Wie jetzt nochmal streik? Was soll das denn jetzt schon wieder?

 

Was bisher geschah

Mai 2015:

– Die Gewerkschaft Verdi mit der GEW gemeinsam zum Streik auf.

– Die Kampagne „Soziale Berufe aufwerten“ umfasst alle Berufe im Sozial und Erziehungsdienst. NICHT nur Kitas.

– Die Medien nahmen die Kitas als Aufhänger, weil die Lobby (Eltern) groß ist und somit viele Betrifft.

– Aber auch Beratungsstellen für Schwangere/Schwangerschaftskonflikte, Integrationsberatung, Suchtkranke, Psychischkranke, Behinderte, Jugendämter, Pflegerkinder-Dienst, Adoptionsvermittlung waren zum Teil nur mit Notdiensten oder gar nicht besetzt. Die Berufsgruppen sind ebenso vielfältig: Erzieherinnen/ Erzieher, Pädagoginnen/Pädagogen, Heilerziehungspflegerinnern/Heilerziehungspfleger, Sozialarbeiterinnen/Sozialarbeiter, Heilpädagoginnen/Heilpädagogen und noch weitere mehr.

– Insgesamt sind in Deutschland 240.000 Arbeitsplätze betroffen.

– Das fand nur sehr wenig Anklang, denn die Lobby für diese Betroffenen ist nur klein. Trotzdem ist das eine wichtige und ebenso anstrengende und psychisch stark belastende Arbeit, die zum Großteil von Frauen gemacht wird!

Mai-Juni 2015:

– Der Streik wurde unbefristet. Das heißt aber nicht, dass die Streikenden einfach zu Hause bleiben können. An jedem Streiktag haben alle Streikenden Aktionen durchzuführen. Ob sie sich nun mit Bannern vor ein Dienstgebäude positionieren oder zu einer landesweiten Demo fahren, man ist immer in Aktion.

– Nach vielen Verhandlungsrunden zieht die Arbeitgeberseite die „Schlichtungs-Karte“

– Dies war vorher sowohl von den Arbeitgebern als auch von Verdi bislang abgelehnt worden, weil man sich sicher war, dass eine Einigung zustande kam.

– Die Angebote der Verbände der kommunalen Arbeitgeber waren aber bis dato so lächerlich und unverschämt (!), dass Verdi weiter verhandeln wollte 

Ein Beispiel: Für circa 4 der über 10 Berufsgruppen sollte es knapp über 30 Euro im Monat mehr geben, brutto – das heißt, nach Steuerabzügen blieb davon nicht mal eine Tankfüllung übrig!

– Die Arbeitgeber sagen offen, dass sie den Streik „aussitzen“ wollen, weil sie wissen, dass die Angestellten Skrupel haben ihre Einrichtungen lange allein zu lassen – das ist menschlich einfach unter aller Würde und hinterhältig von den Arbeitgebern!

– Die Schlichtung wird eingeleitet. Damit ist der Streik im Sinne der sogenannten „Friedenspflicht“ pausiert, ABER NICHT BEENDET!

– Die benannten Schlichter und eine Schlichtungskommission verhandelten

– Viele Betroffene (der Großteil davon Eltern) richten ihre Wut über den Ausstand leider an die falsche Stelle, nämlich an die Streikenden. Besser wäre es, sie hätten sich solidarisiert und den Druck auf die Arbeitgeber erhöht. In einigen Städten haben clevere Elterngruppen ihre Kinder in die Rathäuser und Kreishäuser gebracht und vor Ort eine „Ersatz-KiTa“ gebildet, bis es den Bürgermeistern und Landräten (Obacht: die Ironie!) zu laut und nicht mehr kontrollierbar wurde. Dass die Menschen in den Berufen das JEDEN Tag haben, scheint ihnen aber nicht aufgegangen zu sein.

23. Juni 2015

– Die Schlichter und die Kommission trugen ihr Ergebnis vor.

– Nach 4 Wochen ohne Beratungsstellen, Jugendamt, KiTas, Behindertenhilfe, Hilfen für Abhängige und Jugendzentren hieß das Angebot zusammengefasst folgendes:

– Die Leitungen im Erziehungsdienst (Bereich Kita & Co.) bekommen mehr als sie ohnehin schon bekommen. Man muss dazu klar sagen, dass die eigentliche Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen NICHT die Leitungen übernehmen, sondern die Mitarbeiter. Die, die also tatsächlich „an der Front“ sind, wurden nur ganz minimal aufgewertet, aber unter der Voraussetzung, dass sie dann noch an Weiterbildung teilnehmen. (Die sie dann privat Bezahlen müssen, da die Kassen für Fortbildungen überall leer sind)

– Sozialarbeiter bekommen mehr, wenn sie bereits seit 17 Jahren im Dienst sind und somit die letzte Besoldungsstufe erreicht haben. Dann bekommen sie 80 Euro mehr. Ebenfalls brutto. 80 Euro mehr nach Siebzehn Jahren. Das ist und bleibt auch in der Nachbetrachtung einfach unglaublich unverschämt!

– Die Verdi lehnt den Schlichterspruch ab – es kommt aber zum Bruch innerhalb der Gewerkschaft. Viele Streikende fühlen sich verschaukelt. So war es doch die Gewerkschaft die zur Kampfbereitschaft aufgerufen hatte, die Beschäftigten „heiß“ machte für einen echten Kampf um Aufwertung. Und plötzlich scheint die Gewerkschaft selber überrascht zu sein, dass man sich nicht mit weniger als nix zufrieden geben lassen will.

– Frank Bsirske muss sich dem Druck der Deligierten-Versammlung stellen und zurecht erhält er klare Worte der Streikenden, die 4 Wochen auf ihre Gehalt verzichtet haben – und zwar nicht um mit so einem Kasperle-Theater abgespeist zu werden

– Es kommt zu der Mitgliederbefragung

Juni – 08.08.2015

– Verdi befragt seine Mitglieder – die Basis, also die die gestreikt haben, auf der Straße waren und sich stark gemacht haben, ob sie das „Angebot“ annehmen wollen oder nicht.

– Am 08. August liegt das Ergebnis vor: knapp 70 Prozent der Verdi-Mitglieder des Sozial und Erziehungsdienstes lehnen das „Angebot“ ab. Somit ist eine neue Verhandlungsrunde eröffnet. Bewegt sich der Verband der kommunalen Arbeitgeber nach wie vor nicht in Richtung eines akzeptablen (!) Angebots für alle (!) Berufsgruppen, kann der Streik wieder aufgenommen werden

10.08.2015

– Verdi teilt mit, dass die Streiks auf Rücksicht auf die Sommerferien erst ab Mitte September beginnen sollen, sollte es zuvor keine Einigung geben.

– Dies ist (unter anderem) dem Umstand geschuldet, dass auch soziale Dienste wie Jugendzentren etc. Ferienfreizeiten für Kinder und Jugendliche organisieren, die auf keinen Fall platzen sollen

Und nun?

Anders als bei der ersten Streikwelle ist nun also absehbar ab wann genau der Streik beginnen könnte.

Wer in irgendeiner Weise davon betroffen sein sollte, hat nun also Zeit sich über einen Monat vorher zu organisierten.

Mein Wort richtet sich nochmal an die größte Gruppe, die Eltern: Bitte organisiert euch schon JETZT für die Zeit am Mitte September. Fragt Nachbarn oder wechselt euch als Eltern mit der Betreuung kleinerer Gruppen von Kindern ab, sodass nicht jeder einzelne jeden Tag frei nehmen muss, sondern immer nur einer. (Rotationsprinzip)

– Bitte stöhnt nicht von vorne herein sondern bedenkt, dass auch die Streikenden sehr oft schauen müssen wo sie ihre Kinder in der Zeit lassen. Auch sie sind Eltern und stehen vor dem gleichen Problem. Solidarisiert Euch bitte, damit der Streik ein schnelles und gutes Ende für alle nimmt, und die Arbeit der Menschen, die Euch und oder Eure Kinder betreuen auch dementsprechend wertgeschätzt und entlohnt wird!

– Und wenn ihr wütend seid: Zeigt den verdammt sturen Arbeitgebern, die glauben, dass Kinderbetreuung nix anderes ist als Bauklötzchen bauen und Bilder ausmalen, dass es ein Beruf mit hoher Verantwortung für eure Kinder ist und nicht nur für eures allein, sondern häufig für Gruppen mit bis zu 30 Kindern, die sie gleichzeitig betreuen müssen. Sagt ihnen, dass diese Menschen es verdient haben, nach den ständig gewachsenen Anforderungen von Inklusion und Integration, dementsprechend bezahlt zu werden!

tl;dr: Der Streik war nie beendet, sondern ausgesetzt. Werden sich die Arbeitgeber nicht bewegen gibt er erneut Streiks. Eltern, ihr wisst diesmal früh genug Bescheid um Euch clever zu organisieren.

 

                     

Ihr „Bürger“ seid nicht „besorgt“. Ihr seid braunes Pack.

Einer meiner allerersten Klienten kam vor 20 Jahren nach aus Marokko nach Deutschland. Der erste Versuch schlug fehl, am Hafen wartete bereits die Polizei. Sein Rücken ist übersät mit Narben von der Folter der Polizisten, die ihn wegen Landesflucht „verhörten“, darunter viele Brandnarben von Zigaretten, die man auf seinem Körper ausdrückte.
Er und ein kleines Mädchen, das er auf seinen Schultern hatte, überlebten das Schlepperboot nach Europa. Alle anderen, die auf dem Boot waren, ertranken als es kenterte.
Bis heute kann er die Bilder, der Menschen in dem Wasser um ihn herum nicht vergessen, die in aller Panik von allen seiten nach seinem Körper griffen um sich an ihm festzuhalten. Sie konnten nicht schwimmen.

Wer allen ernstes glaubt, dass Menschen so etwas „freiwillig“ auf sich nehmen, im Wissen, dass sie bestialisch gefoltert werden, wenn es nicht gelingt, der hat im Hirn nichts als einen braunen Kackhaufen. Diese Menschen lassen ebenfalls alles zurück. Ihre Familie und Freunde. Einige werden sie niemals wiedersehen. Sie lassen ihre Jobs und ihr zu Hause und alles was sie dort aufgebaut hatten hinter sich. „Heimat“, diesen Begriff gibt es so nur in Deutschland. Es gibt keine adäquaten Übersetzungen. Doch eben dieses Gefühl, dass sich mit einem Ort paart, das alles lassen auch diese Menschen zurück.

Nicht etwas, weil sie „Bock auf ein geiles Leben in Europa – am besten in Deutschland“ haben, sondern weil in ihren Heimatländern Krieg herrscht. Krieg, ein Wort, dass dieses Land so lange und so unfassbar grausam geprägt hat und das aber für so viele so weit weg ist, dass sie es sich in ihren kleinen, verkümmerten, rechts-gesinnten Gehirnen nicht mal mehr vorstellen können. Sie leben in einer Solidargemeinschaft, von der einige selbst ihre monatliches Einkommen kriegen und jammern dann wenn am Ende des Monats das Geld nicht noch für eine Dose Tabak reicht.

Dass es Menschen gibt, die sich schon um Essen oder Wasser geprügelt haben, weil es wegen des (Bürger-)Kriegs so wenig davon gab, kommt ihnen nicht in den Sinn. Dort, genau da, wo die geringste Flüchtlingsquote herrscht (schönen Gruß nach Freital und Co.) reißen sie ihre Mäuler auf und fordern die Asylsuchenden auf, dahin zu gehen wo sie hergekommen sind.

Wo soll das sein? In ein Land, wo die radikal-islamistische IS Frauen vergewaltigt und versklavt, Mädchenhandel betreibt und Ungläubige auf blutigste Art und Weise abschlachtet? Wo sie Angst haben müssen, dass jemand ihre Haustür eintritt und ohne langes überlegen ihre Kinder vor den eigenen Augen erschießt?
Oder dorthin zurück wo die offizielle Polizei Menschen foltert und misshandelt und missbraucht, weil sie es gewagt haben aus dem Land flüchten zu wollen?

Das einzige „Pack“ was es gibt, sind die Deutschen, die mit ihren prall gefüllten Bäuchen, einem Dach über dem Kopf, medizinischer Versorgung und 70 Jahren Frieden glauben, dass ihnen jemand „ihre“ Güter wegnimmt. Oder ihre Frauen anbaggert, oder ihre (zum Teil ja nicht vorhandenen Jobs) macht. Dass Asylsuchende erstmal gar nicht arbeiten dürfen, wissen sie natürlich nicht. Woher auch. Wird wohl auf den AFD/ALFA/NPD/DVU -Parteitreffen wohl auch keiner erzählt haben. Selbst wenn: Wenn ein Asylsuchender, mit vielleicht noch gebrochenen Deutschkenntnissen deinen Job besser machen kann als Du, dann bist Du einfach auch eine nutzlose Wurst. Wie wäre es mal darüber nachzudenken? (Das stellt keine Abwertung gegenüber denen dar, die den Job dann bekommen).
Aber es ist ja alles so viel einfacher, wenn man sich mit mehreren anderen Schwachlatten vor ein Flüchtlingsheim stellt und wie irre irgendwelche Nazi-Parolen schreit. Da fühlt man sich ja mal richtig stark. Man kann es richtig sehen, wie sie sich ereifern über sich selbst. Da sind sie wer! Dann treten sie heraus aus der Masse und brüllen mal was und hauen dabei mit der Faust in die Luft. Sie bekommen fast einen Infarkt weil sie sich so stark fühlen wie nie, in der Gemeinschaft dieser anderen Fremden, vielleicht auch Nachbarn, die man noch nie gesehen oder gegrüßt hat, aber die alle dagegen sind, dass sich was ändert, dass jemand „ihre“ Werte kaputt macht. Zu „Berlin Tag&Nacht“ ein Bier nach dem nächsten kippen ist zwar kein Wert, aber das werden sie wohl niemals erfahren. Ebenso wenig, dass die Namen ihrer Kinder wie Gerome, Justin, Jamila und Starlet, nicht die große Freiheit mit sich bringen, an die sie immer geglaubt hatten, wenn jemand das Wort „Amerika“ sagte. Dass das übrigens gar nicht in Deutschland liegt und die Namen somit ebenso wenig „ihren“ Werten entsprechen wird ebenfalls für immer ein Geheimnis für sie bleiben.

Doch wenn sie da stehen und ihre Parolen brüllen, dann fühlen sie sich allmächtig. Dann kann man den ganzen aufgebauten Frust über sein verkorkstes Leben weiter geben an einen Schwächeren. Nach unten treten. Ja, das fühlt sich gut für sie an. Denn man hat ja sonst nix, und – seien wir ehrlich – man ist ja sonst auch nix außer einem Namen auf dem Klingelschild in der Platte.

Doch dann, ja dann kommen sie alle raus, schwenken die rechten Fähnchen und erleben mal richtig was. Die letzten Jahre gabs ja schon fast nichts mehr zu spüren, außer dieser inneren Leere, wenn wiedermal die Tabakdose leer war.

Muttis finest Tweetselection 07/2015

Etwas verspätet kommen hier meine Lieblinge aus Juli.

https://twitter.com/cptpudding/status/616867985664380928

https://twitter.com/ellebil/status/626992854162931712

Alle weiteren Schätzchen, findet ihr wie immer bei Anne Schuessler!

Mutti’s finest Tweetselection 06/2015

And heeeere we go: Twitterlieblinge aus dem Juni.

Vergesst nicht auch die anderen Sammlungen bei Anne zu schauen! Anne Schüssler

Der Schlichtunsvorschlag oder auch Scheiße im Hoppelhäschenkostüm

Nach einigen Wochen des Wartens war es dann also soweit. Am Montag, den 22.06.2015 sollte das Ergebnis der Schlichtung im Konflikt zwischen dem VKA und Verdi vorliegen. Worum es dabei genau ging kann man hier noch einmal nachlesen: Der Streik ist tot – lang lebe der Streik

Als Schlichter wurde auf Seite der Arbeitgeber der frühere sächsische Ministerpräsident Georg Milbradt (CDU) benannt. Die Seite der Gewerkschaften wurde durch den ehemaligen hannoverschen Oberbürgermeister Herbert Schmalstieg (SPD) vertreten. Das Schlichtungsverfahren unterliegt seinerseits dabei bestimmten Regeln und Fristen. Während der Schlichtungsphase gilt die sogenannte „Friedenspflicht“, die besagt, dass in dieser Zeit nicht gestreikt werden darf, sodass die betroffenen Berufsgruppen seit dem 08.06.2015 wieder ihrer regulären Arbeit nachgingen. 

Schweigen musste sie deswegen nicht. Vielerorts wurden kleinere Aktionen vorbereitet, um der Öffentlichkeit zu symbolisieren, dass der Arbeitskampf noch nicht beendet ist. Ob es sich dabei um das Tragen der Gewerkschaftskleidung in der Freizeit oder einer Versammlung in der Mittagspause handelte; jedwede Aktion musste außerhalb der Arbeitszeit passieren. 

Am Samstag, den 13.06.2015 fanden bundesweit große Kundgebung zur Unterstützung der Forderungen der Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst statt. Allein aus NRW kamen knapp 12.000 Menschen zu der Großveranstaltung in Köln um ihre Solidarität auszudrücken. Weitere Veranstaltungen fanden zeitgleich in Nürnberg, Hannover und Dresden statt.

Sowohl Beschäftigte als auch Unterstützer warteten somit mit Spannung auf die Empfehlung der Schlichtungskommission, die neben den oben genannten Hauptschlichtern aus jeweils 8 weiteren Personen sowohl auf Arbeitgeberseite als auch auf Seite der Gewerkschaften bestand. Im Vorfeld waren weder Tendenzen noch der geheime Ort der Schlichtung durchgesickert. Am entscheidenden 22.06.2015 passierte dann aber erst einmal nichts. Die Verhandlungen seien sehr zäh gewesen und hätten lange gedauert, sodass die Bekanntgabe des Schlichterspruches auf den nächsten Tag verlegt werden musste. Gegen 14.00 Uhr am Dienstag, den 23.06.2015 wurde die Schlichtungsempfehlung schließlich veröffentlicht.

Worum ging es nochmal?

Die Gewerkschaft Verdi (sowie die Gewerkschaft GEW und der dbb) forderten eine Aufwertung der Arbeit im Sozial- und Erziehungsdienst und zwar für ALLE dort vertretenden Berufsgruppen. Insgesamt 240.000 Beschäftigte sollten auch finanziell aufgewertet werden. Rund 10% mehr Gehalt war als Verhandlungsbasis angedacht.

Die Medien hatten sich zwischenzeitlich auf das Berufsbild der Erzieher gestürzt und wie ein Pferd mit Scheuklappen hieß es überall nur noch „Kita-Streik“. Die Berufsfelder im SuE sind aber viel weiter gefasst. Studierte Pädagogen, Heilerziehungspfleger, Sozialarbeiter, Heilpädagogen und noch einige mehr waren in den vergangenen Wochen in den Streik getreten und hatten versucht auch ihre Arbeitsfelder in den (medialen) Fokus zu rücken. Es schien fast so, als wollte niemand etwas von diesen Berufsgruppen wissen, solange man ein überfordertes Elternteil mit Kind auf dem Arm einblenden konnte, dass ein mit Hilfe von Mama oder Papa gemaltes Schild mit der Aufschrift „Ich will wieder in die Kita“ umgehängt bekommen hatte. Da bluteten die Zuschauerherzen vor dem heimischen Flimmerkisten und es dauerte nicht lange bis sich ein öffentlicher Druck aufbaute, der den Kolleginnen und Kollegen aus dem Bereich des Erziehungsdienstes entgegentrat. 

Doch Streikrecht ist und bleibt nun mal Grundrecht. Ob es der Öffentlichkeit passt oder nicht. Für die Kolleginnen und Kollegen gibt es keine andere Möglichkeit als die Arbeit niederzulegen, da die Warnstreiks (an 2 Tagen im März und einem im April) die Arbeitgeber nicht interessiert hatten und diese sehenden Auges in Kauf nahmen, dass Eltern ihre Kinder nicht in die Betreuung geben konnten. Das der Ärger und der öffentliche Druck an die ARBEITGEBER hätte weitergegeben müssen und nicht an die, die gezwungen waren aufgrund schlechter Bezahlung die Arbeit niederzulegen, hatten nur wenige verstanden.

Aber eben auch die anderen Beschäftigten, die Arbeit in Werkstätten für Behinderte koordinierten, die bei Schwangerschafts/-Problemen oder –Abbrüchen beraten, der Allgemeine Soziale Dienst, Beratung psychisch kranker Menschen der Pflegekinderdienst, die Jugendämter und Suchtberatungen – all jene die mit Menschen in besonders schwierigen Lebenslagen arbeiteten erhofften sich von dem Schlichterspruch ein annehmbares Ergebnis.

Warum streiken keinen Spaß macht

Streiken wollte zu diesem Zeitpunkt bereits niemand mehr. Denn was es neben den traurigen Kindergesichtern leider nie in die Tagesthemen geschafft hat, war Aufklärung darüber, dass Streikende für die Zeit der Arbeitsniederlegung natürlich kein Gehalt erhalten. Es ist die Gewerkschaft, die sich darum kümmert, dass durch eine finanzielle Unterstützung am Ende des Monats niemand von Brot und Wasser leben muss. Trotzdem hieß es für einige Kolleginnen und Kollegen, insbesondere wenn diese selbst allein-erziehende Elternteile waren, jeden Cent umzudrehen. Die Unterstützung ist nur ein kleiner Teil dessen, was man regulär in seinem Beruf verdient hätte.

Was ebenfalls völlig ausgeblendet wurde, war die Tatsache, dass auch die Streikenden zusehen mussten, wo sie ihre Kinder in der Zeit lassen konnten. Nicht immer war es möglich es Kindern zuzutrauen mit auf eine Streikkundgebung zu fahren und so 200-300 km durch die Lande zu juckeln. Das Betreuungsproblem betraf also auch die Streikenden selbst.

Darüber hinaus mussten einige Kollegen zusätzlich noch gegen ihre Krankenkasse kämpfen (und müssen es zum Teil immer noch). Denn wer im Streik krank wird hat Pech. Die Unterstützung der Gewerkschaft wird durch Unterschrift bei Anwesenheit gesichert. Wer krank ist, kriegt somit für diese Tage gar nichts. Weder Gehalt, noch Streikunterstützung. Die Krankenkasse zahlt nur für die Tage Krankengeld, bei dem eine Krankheit ab dem ersten Tag attestiert ist. Magen verstimmt? Kopfschmerzen? Erkältung? Ab zum Arzt. Die Regelungen die sonst bei dem Arbeitgeber gelten (z.B. Attest/Krankschreibung ab dem dritten Werktag) sind im Streik ausgehebelt. Die Informationen dazu kamen recht schleppend und für einige zu spät. Sie müssen nun ganz auf einige Tage verzichten.

Der Schlichterspruch

Am Nachmittag des 23.06.2015 wurde der Schlichterspruch letztlich veröffentlicht. Zuvor hatte man extra betont, die Verhandlungen seien besonders hart gewesen und hätten deswegen so lange gedauert. In einer Anlage konnte man nun also die Vorschläge der Schlichtungskommission lesen.

Auf sechs DinA4-Seiten stand geschrieben, was die besonders harten Verhandlungen ergeben hatten: Einen Tropfen auf den heißen Stein.

Von den geforderten 10% waren nur noch 2,0 – 4,5% übrig und das für nur einzelne Gruppen. Erzieherinnen und Erzieher wurden höher gestuft, Kinderpflegerinnen und Kinderpfleger auch. Beide jedoch marginal. Das dicke Plus dieses Schlichtungsvorschlags machten allerdings jene, die bisher bereits gut verdienen. Leitungen und deren ständige Stellvertreter in Kitas und Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen. Also jene, die mit der Verwaltung mehr zu tun haben als mit den wirklichen erzieherischen Tätigkeiten, den Betreuungen, den Problemfällen im direkten Kontakt.

Für studierte Kräfte wie Sozialarbeiter und Sozialpädagogen gab es den ganz großen Witz in Tüten. Jene, die jetzt bereits in der letzten Besoldungsstufe der Gruppe S12 und S14 sind, bekommen zusätzlich 80 Euro mehr Bruttolohn, aber nur wenn sie sich in der letzten Stufe der Besoldung befinden. Um in diese Stufe (Stufe 6) zu kommen, muss ein Berufsanfänger zunächst 17 Jahre arbeiten, da die Laufzeiten sich mit höherer Stufe verlängern: Nach einem Jahr Stufe 1 Aufstieg in Stufe 2, nach 3 Jahren in Stufe 2 Aufstieg in Stufe 3, nach 4 Jahren in Stufe 3 Aufstieg in Stufe 4, etc.

17 Jahre um dann 80 Euro mehr zu verdienen. Brutto. Da weiß man gar nicht ob man lachen oder weinen soll. DAS ist das Ergebnis für studierte Fachkräfte, nach 4 Wochen Streik und 2 Wochen besonders harter Verhandlungen?! Jetzt mal im Ernst: Wer glaubt allen Ernstes, dass das eine annehmbare Lösung ist? Welche Arbeitskraft in der freien Wirtschaft würde sich das gefallen lassen? Es geht doch bei dieser Berufsgruppe um genau die Menschen, die mit denen arbeiten, die die schwersten Belastungen haben. Die Kinder aus Familien hohlen, weil diese sie prügeln oder vernachlässigen. Die mit drogenabhängigen und psychisch schwerkranken Menschen arbeiten. Das sind KEINE Leitungskräfte, sondern die Menschen, die jeden Tag an der Front sind.  

Ich möchte erinnern, dass es um eine allgemeine Aufwertung gehen sollte. Diese sollte alle Berufsgruppen betreffen. Einige wurden bisher nach wie vor ausgespart! Andere werden die genannten Stufen erst in mehr als 10 Jahren erreichen, wenn sie zum heutigen Zeitpunkt schon beschäftigt sind. DAS kann kein Ergebnis sein. Das ist eine Unverschämtheit und eine regelrechte Dreistigkeit. So etwas ist nicht mal mehr eine Salami-Taktik (Scheibchenweise vorgehen) sondern, das ist eine Taktik, bei dem die Salami durch den Fleischwolf gedreht wurde und die letzten rausgekratzten Krümel einem als Filet verkauft werden sollen.

Der Verdi-Vorsitzende Frank Bsirske riet dazu den Schlichtungsvorschlag anzunehmen. Die Medien berichteten vorschnell von einem Ende des Konfliktes und das nun endlich alle aufatmen könnten. Dass dieser Vorschlag aber eher ein Schlag ins Gesicht der Beschäftigten ist, für die Herr Bsirske vorher noch großzügig Reden geschwungen hatte, hatte er anscheinend vergessen. Die Abgesandten der einzelnen Landesvertretungen auf der Delegierten-Konferenz in Frankfurt machten dies mehr als deutlich, sodass schnell klar war, dass eine Annahme auf keinen Fall in Frage kommen kann. Denn das Ergebnis wäre wie so oft: Die, die bereits gut verdienen bekämen mehr, und die die wirklich für jeden Cent ackern gehen leer aus. Das musste auch Frank Bsirske einsehen, dem der Unmut der Delegierten ziemlich direkt begegnete. Richtig so.

Was heißt das denn nun?

Man einigte sich nun darauf, dass die Mitglieder befragt werden. In einem Meinungsbild soll nun die Basis Stellung dazu nehmen, was von diesem Vorschlag zu halten ist. Glaubt man den Eindrücken der Delegiertenkonferenz haben die Mitglieder eine ähnliche Haltung wie bereits die Delegierten, die in Frankfurt vor Ort waren und sind nicht länger bereit sich an der Nase herumführen zu lassen. Zur Not muss also weiter gestreikt werden, denn zur Erinnerung: der Streik war zu keinem Zeitpunkt beendet, sondern aufgrund der Schlichtung nur ausgesetzt!

Die Befragung der Mitglieder wird einige Zeit in Anspruch nehmen. In dieser Zeit wird natürlich weiter gearbeitet. Die Verhandlungen wurden bereits am gestrigen Mittwochabend wieder aufgenommen, mit der deutlichen Forderung an die Arbeitgeber einen erneuten Streik verhindern zu können, wenn sie endlich bereit sind verhandelbare Angebote vorzulegen. Dazu müssen die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände endlich Druck machen und vom Bund mehr Geld für die Kommunen einfordern, damit gute Hilfsangebote, Jugendhilfe, Suchthilfe, Erziehungshilfe, Jugendarbeit und Kinder- und Jugendschutz endlich auch angemessen entlohnt wird und somit qualitativ gut bleiben kann.

Sollten die kommunalen Arbeitgeberverbände nicht bereit sein, diesen lange überfälligen Schritt zu gehen, riskieren sie einen erneuten Streik – den eigentlich keine der beiden Seiten möchte.

Es müssen verhandelbare, ernsthafte Angebote her und nicht nur Scheiße im Hoppelhäschenkostüm!