7 Tage Reboot – Tag 7 und Fazit

7 Tage Reboot – Tag 7 und FazitIch habs geschafft! 7 Tage nur Saft. Okay okay, 1 Mal Suppe und eine Weinschorle – aber keine feste Nahrung. Mein lieber Schwan, ich hätte es in den ersten 2-3 Tagen nicht gedacht dass ich das durchhalte und auf einmal waren doch 7 Tage rum.

Zunächst noch ein Rückblick auf Tag 7.

Morgens startete ich mit einer halben Portion Saft, weil „jemand“ den Saft auch so lecker fand und mein letztes Glas allein ausschlürfte. Der zuvor frisch geschredderte Saft war noch nicht gekühlt und zudem meine Mittagsportion. So besorgte ich mir dann doch noch 2 Smoothies und dann gings ab in den Zoo. (Ich liebe den Zoo. Ich liebe Tiere. = bester Start in den Tag) Dort hatte ich ausschließlich mein Mineralwasser zu Verfügung, dafür aber viel Bewegung. Wieder zu Hause angekommen trank ich dann meine Mittags-Portion gegen Nachmittag. Um 17:30 war ich zum Essen und danach zu einem kleinen Konzert verabredet.

Meine erste feste Nahrung nach 7 Tagen Saft-Reboot war ein halber hauchdünner Flammkuchen mit Camembert, Wildpreisselbeeren und Walnüssen. MEIN LIEBER SCHWAN, WAR DAS LECKER! Flammkuchenist natürlich immer gut, aber gerade gestern Abend schmeckte es mir doppelt so gut, nach dem vorangegangenen Verzicht.

Interessanterweise hatte ich in den letzten zwei Tagen enorme Lust Fleisch zu essen. Das mache ich sonst recht selten mittlerweile, da ich für mich ja wie gesagt kein Fleisch mehr kaufe, sondern auf Soja-Produkte umgestiegen bin. Aber seit Donnerstag war es wirklich seltsam zu beobachten wie viel Lust ich auf eine Bratwurst oder eine Frikadelle hatte. Für eine frische Bratwurst vom Grill im Brötchen mit Senf hätte ich glaube ich ein Organ eingetauscht. Zudem hatte ich mich in den Tagen meiner Saft-Kur in eine Art Spür-Hund für Essen verwandelt. Kennt noch jemanden die Serie aus den 00er Jahre „Sentinel“? Da ging es um einen Mann der übermäßige Sinneswahrnehmung hatte und die bewusst einsetzen konnte. Kinners, ich war der Sentinel für Schmörfras! Ich konnte im Hausflur riechen wer was in welcher Etage kochte oder anbriet. Quasi vom dem in der Tapete haftende Geruch der letzten Mahlzeit hätte ich sagen können welche Gewürze verwendet wurden. Es war der Hammer. Leider kann ich das im Lebenslauf nirgends als Superkraft angeben. Verdammte Axt!

Jetzt heißt es: vorsichtig wieder einsteigen. Denn man darf nicht vergessen, dass mein Magen und mein Darm seit einer Woche nur mit Saft umgehen mussten. Deswegen wäre es jetzt eher kontraproduktiv sofort wieder „normal“ zu essen. Insbesondere besonders fetthaltige oder scharfe Speisen sind nun für die erste Zeit nicht auf dem Speiseplan. Auch schwer Verdauliches oder zu große Portionen sollte man meiden. Heute Morgen bin ich mit einem kleinen Müsli aus Haferflocken, Bananen, Blaubeeren, Walnüssen und Milch gestartet. Zum Mittag werde ich eine leichte Suppe und dazu ein kleines Brötchen essen.

Fazit:

Hat es sich gelohnt?

Definitiv: ja. Ich fand allein die Erfahrung gut, wie mein Körper auf den Verzicht von Kaffee und Kohlehydraten etc. reagiert hat. Sicherlich sind Kopfschmerzen und Dauerfrieren mit Müdigkeit nicht schön, aber es war doch interessant zu erleben, dass man davon sehr wohl auf echtem Entzug sein kann. Ich habe mit vorgenommen etwas weniger Kaffee in mich zu schütten und bin heute Morgen mit einem Kräutertee im Büro gestartet.

Würdest Du es nochmal machen?

Absolut. Auch wenn ich nun nicht so angefixt bin, wie der Joe aus der Doku (der es ja immerhin 60 Tage durchgehalten hat – Respekt, Bro‘!) habe ich vor es zu wiederholen. Ob nun regelmäßig oder einfach nach Gefühl, das lasse ich offen.

Würdest Du etwas anders machen?

Ich glaube beim nächsten Reboot würde ich gerne frei haben. Das dauernde müde sein schlaucht doch extrem und auch die Konzentrationsschwierigkeiten haben meine Arbeit natürlich etwas beeinflusst. Andererseits hat mich die Arbeit auch etwas abgelenkt. Trotzdem empfehle ich jedem, der es Ausprobieren möchte, in einer arbeitsfreien Zeit zu starten.

Weitere Tipps?

Meine Empfehlung zur Vorbereitung ist in jedem Fall sich die beiden Dokumentationen „Fat, Sick & Nearly Dead“ und dessen zweiten Teil anzuschauen. Den ersten Teil gibt es meines Wissens sogar kostenlos aus Youtube. Außerdem sollte man sich vorher ein bisschen schlau machen, welche Rezepte einem vielleicht am ehesten entgegen kommen und welche man meiden sollte. Hätte ich mich im Vorfeld damit besser beschäftigt, wäre mir das Rote-Beete-Gesöff am ersten Tag vielleicht erspart geblieben. Darüber hinaus kann man natürlich auch mehr Saft im Vorfeld zubereiten als ich das gemacht habe, sofern man genug verschließbare Flaschen zum Abfüllen und einlagern hat. Man kann Saft auch einfrieren, allerdings nur direkt nach dem Abfüllen und dann auch nur für maximal 7 Tage. Wenn man sich einen Vorrat anlegt hat man vielleicht nur ein bis zwei Mal den Aufwand das Obst und Gemüse zu kaufen und kann es dann direkt verwerten. Zudem macht man dann weniger oft den Entsafter dreckig. Leckere Rezepte gibt es kostenlos auf Reboot with Joe Dort kann man sie sogar nach Farben des Saftes sortieren, was super ist. Allerdings sollte man beachten, dass die Angaben immer nur für eine Portion/ ein Glas gerechnet sind. Wer mehr will muss hochrechnen.

Welchen Entsafter hast Du nochmal genommen?

Ich hatte mir über Ebay-Kleinanzeigen den Gastroback 40126 zugelegt. Ich bin nach wie vor begeistert von dem Gerät, weil es mit seinen beiden Stufen wirklich leistungsstark ist und man ihn zusätzlich sehr leicht reinigen kann. Ein Minuspunkt ist leider der etwas niedrig gelegene Abfüllstutzen, der dafür sorgt, dass anfallender Schaum im Saftbehälter rauslaufen kann. Ich habe übrigens den Schaum immer mit einem Löffel weggenommen, weil diese sich sehr unschön an den Rändern und Deckeln der Gefäße abgesetzt hat und zudem einfach eine zu dicke Konsistenz hatte.

Und was sagt die Waage?

Nach 7 Tagen Saft und einer in etwa gleichen Wiegezeit habe ich an Tag 0 noch 81 kg gewogen und an Tag 7 waren es 77,6. Tatsächlich gemerkt habe ich es, dass ich den Gürtel um ein Loch enger ziehen konnte. Aber natürlich weiß ich auch, dass das in der Summe mehr Wasser ist als alles andere. Trotzdem ist es eine gute Ausgangsposition um meine Ernährung nun weiter in einem normalen Maß weiter zuführen und mir eben nicht ein Döner und noch ein Lahmacun reinfahre, nur weil ich Bock drauf habe und es so gut schmeckt.

Fragen?

Klar, wenn ihr noch was wissen wollt, schreibt mir einfach auf Twitter oder hier im Kommentarfeld. Ich hoffe ich konnte euch zeigen, dass selbst ein Schmörfras-Lover wie ich es einer bin, durchaus sowas durchstehen kann.

Danke für Euer Interesse an meinem Leiden 😀 

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